Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht

Die Vorschriften des materiellen Strafrechts legen fest, unter welchen Voraussetzungen ein Verhalten mit einer Strafe, d. h. Geldzahlung oder Freiheitsentzug, zu sanktionieren ist bzw. eine Maßregel der Besserung und Sicherung (z. B. Unterbringung in einer Entziehungsanstalt) nach sich zieht. Die bekanntesten Straftatbestände enthält das Strafgesetzbuch (StGB), viele weitere finden sich in Spezialgesetzen, wie z. B. der Abgabenordnung (AO) oder dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).

Der Anwalt nimmt im Strafverfahren eine sehr wichtige Rolle ein: Zwar ist auch er Organ der Rechtspflege und damit mitverantwortlich für eine funktionierende Strafrechtspflege, in erster Linie ist er jedoch Verteidiger seines Mandanten, des Beschuldigten.

Die Ausübung staatlicher Strafgewalt ist für die Betroffenen ein tief schneidender Vorgang. Sie darf deshalb nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Angeklagten in einem Verfahren festgestellt wurde, das nach den dafür bestehenden gesetzlichen Regeln (StPO) abgelaufen ist. Hierüber wacht der Strafverteidiger als Interessenvertreter seines Mandanten. Schließlich treten Anwälte auch für die Rechte ihrer Mandanten ein, wenn sie sich im Strafvollzug befinden.